Generika

Generika

Die Entwicklung von Medikamenten ist extrem teuer und benötigt durch das komplizierte und langwierige Zulassungsverfahren mehrere Jahre Zeit. Sobald ein Medikament alle Zulassungshürden genommen hat und verkauft werden darf, kann es von anderen Herstellern leicht kopiert werden. Sie können den Wirkstoff kopieren und viel preiswerter anbieten, da sie keine Kosten für Forschung und Zulassung kompensieren müssen. Diese Form von Arzneimitteln wird Generika genannt. Zum Schutz der Entwickler neuer Medikamente werden neue Präparate durch das Patentrecht geschützt. So werden für 20 Jahre die Verkaufsrechte gesichert und die Unternehmen können ihre Kosten durch den Verkauf amortisieren. Danach darf der Wirkstoff auch von anderen Anbietern verwendet und vermarktet werden. Ein zusätzlicher Preisdruck entsteht durch eine Aufweichung des Patentschutzes von 20 Jahren auf nur 10 Jahre in bestimmten Marktsituationen. Die Generikaproduzenten können in vielen Fällen mit ihren Produkten auf den Markt kommen, weil die Rechtsprechung nicht eindeutig ist.

Kostendämpfung im Gesundheitswesen

Ohne Generika wäre das Gesundheitswesen an den Kosten für Medikamente bereits kollabiert. Die Politik ist im Zwiespalt zwischen Sparzwang und Weiterentwicklung der Medizin. Sie ruft die Ärzte regelmäßig zum Verschreiben von Generika auf, wenn solche Arzneien verfügbar sind. Die Krankenkassen zwingen Ärzte sogar regelmäßig über Kostenbeteiligung zur Verwendung der Ersatzstoffe. Diese sind keineswegs schlechter als die Originalmedikamente. Sie dürfen maximal 5% in ihrer Wirkung vom Original abweichen. Vor ihrer Zulassung wird das in langen Testreihen überprüft. Die Pharmaindustrie hat sich in einem eigenen Verband organisiert und wirbt für die Verwendung der Originalprodukte, um weiter die nötigen Geldmittel für die Forschung aufbringen zu können.

Forschung und Entwicklung leiden unter den Ersatzpräparaten

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen wirbt für seine höheren Medikamentenpreise in großen Kampagnen. Sicherlich ist medizinischer Fortschritt nicht ohne ausreichende Forschung realisierbar und muss irgendwie finanziert werden. Dennoch ist die Preisgestaltung zwischen Originalprodukt und vergleichbarem generischen Arzneien oft Anlass zur Diskussion. Die Differenzen erscheinen vielen Politikern und Verbraucherverbänden viel zu hoch. Die Pharmaindustrie ist an einer Beteiligung der Generikahersteller über Lizenzgebühren auch nach Ablauf des Patentschutzes interessiert. Angeblich könnte sie dann die eigenen Preise senken. Die preiswerteren Hersteller verweisen jedoch auf ein großes Gewinnstreben der Originalhersteller und bestehen auf der bisherigen Regelung. Zusätzlich verweisen sie auf die problematische Lage von ärmeren Staaten und Entwicklungsländern, die sich schon die Preise der generisch erzeugten Arzneimittel kaum leisten können.

Schwierige Versorgung von Entwicklungsländern

Medikamente werden grundsätzlich weltweit vertrieben. Die Industrie versucht die Preisgestaltung möglichst einheitlich zu gestalten und macht nur für Entwicklungsländer Ausnahmen. Damit wird jedoch stets die Gefahr des Preisdumpings durch Reimport der Medizin akut gesteigert. Für Problemländer werden daher häufig Präparate in anderer Verpackung oder anderer Form angewendet, die in den anderen Staaten leicht zu erkennen sind oder nicht zugelassen werden. Der Fortschritt in der Medizin wird sich durch die Herstellung vergleichbarer Arzneimittel nicht aufhalten lassen. Die wachsende Weltbevölkerung benötigt immer mehr medizinische Versorgung und sorgt damit für einen stetig steigenden Stamm an Kunden. Ohne preiswerte Medikamente wäre eine Versorgung in vielen Regionen unmöglich.

This entry was posted on Montag, Januar 23rd, 2012 at 1:14 pm and is filed under Fitness und Gesundheit. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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